Bodybuilding - Deutsche Meisterschaft 2010
Witten, 27.05.2010, Oliver Schinkewitz
„Von muskulösen Körpern war ich schon immer fasziniert“, sagt
Peter Baers. Mittlerweile muss der 32-jährige Wittener nicht mehr - wie früher - mit Bewunderung auf andere ästhetische Körper blicken. Kürzlich wurde ihm selbst attestiert, dass er ein Bild von einem Mann darstellt: In Gersthofen bei Augsburg gewann der passionierte Bodybuilder zum ersten Mal die Deutsche Meisterschaft der Amateure und erreichte damit eines der ganz großen Ziele in seinem Sportlerleben.
In der Männerklasse 4 (bis 100 Kilogramm) war ihm bei den Titelkämpfen niemand gewachsen - der Stockumer gewann mit der Idealpunktzahl, hatte zudem sechs der neun Wettkampfrichter auf seiner Seite. Und nicht nur das: Auch beim Stechen der Gewichtsklassen-Gewinner räumte Peter Baers ab - der Gesamtsieg bei den Deutschen Meisterschaften war ein zusätzlicher Lohn nach all’ den Mühen und Entbehrungen der letzten Jahre. Aufgewachsen am Niederrhein war der gebürtige Klever zunächst ein richtig passabler Badmintonspieler. Während der Uni-Zeit in Krefeld schlief das allerdings ein wenig ein - „weil ich keine geeignete Mannschaft fand“, so Baers. Die große sportliche Wendung in seinem Leben fand dann nach seinem Praxis-Semester 1999 in Australien statt. „Da sahen die Menschen am Strand alle irgendwie besser aus als ich.“ Folglich führte der Weg des angehenden Maschinenbau-Ingenieurs ins Fitness-Studio und an die Gewichte. „Der Erfolg hat sich dann auch schnell eingestellt - und es hat mir Spaß gemacht.“ Schon 2003 war er dann so weit, wollte seinen ersten Bodybuilding-Wettkampf bestreiten - doch bei einem Motorrad-Unfall brach er sich Schien- und Wadenbein. Ärgerlich. Aber längst kein Grund, die Flinte dauerhaft ins Korn zu werfen.
„Ohne hartes Training kommt man nicht weit“
Mit bewundernswerter Beharrlichkeit blieb Peter Baers am Ball bzw. an der Hantelstange, „pumpte“ was das Zeug hielt und arbeitete diszipliniert an seinen Zielen. Als er 2005 bei seinem Debüt gleich NRW-Meister wurde (in der 90 kg-Klasse), hatte er vollends „Blut geleckt“. Inzwischen ist er in der deutschen Amateurszene längst bestens bekannt - durch den Gewinn der Deutschen Meisterschaft stehen ihm nun sogar ganz andere Türen offen. „Jetzt darf ich auch bei internationalen Wettbewerben starten. Das ist nochmal eine ganz andere Herausforderung, ein ganz anderes Niveau“, sagt Baers, der seit 2006 in Stockum lebt und mit seiner Frau Britta, die er seinerzeit in Bochum kennenlernte, eine kleine Tochter (Lia-Michelle) hat. „Ohne die Unterstützung meiner Frau wäre das alles kaum möglich“, weiß er den familiären Rückhalt sehr zu schätzen. Denn: „Ohne hartes Training kommt man nicht weit“ - und das bedeutet drei- bis viermal pro Woche intensive Krafteinheiten, dazu Cardio-Training und zusätzlich Posing-Einheiten.
Für Peter Baers, der regelmäßig auch im „Aktivclub Drexelius“ Gewichte stemmt und der seit einigen Jahren vom Karsten Pfützenreuter betreut wird, hat sich der Terminkalender seit dem DM-Triumph ordentlich gefüllt. Interviews und Fotoshootings, dazu hier und da ein Auftritt - über einen Mangel an Beschäftigung kann der Stockumer gewiss nicht klagen. „Aber“, so Baers, „das Leben besteht für mich nicht nur aus dem Sport - wichtig ist ein gesundes Gleichgewicht.“ Daher gibt’s den nächsten Wettkampf erst wieder 2011 - und jetzt hier und da „auch mal Pizza und Pommes“, und die hat sich der Bodybuilder redlich verdient.
Witten, 27.05.2010, Oliver Schinkewitz
WAZ NewMedia GmbH & Co. KG
www.derwesten.de
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http://www.derwesten.de/sport/lokalsport/witten/Der-mit-den-Muskeln-spielt-id3039126.html
Interview auf Hobbymap mit Peter Baers
Wettkampfbodybilder Peter Baers auf hobbymap
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